Kreativität: Begabung oder Übungssache? (Gastbeitrag)

Heute ist Isa bei mir zu Gast. Sie betreibt einen Reiseblog (http://www.welten-bummeln.de/) und bloggt dort wöchentlich neue Beiträge. In Ihrer Berufssparte im Online Marketing kommt es auch darauf an, kreativ zu sein. Auf Ihren Reisen entdeckt sie gerne Kunst und stellt nebenher auch selbst Sachen her. 
An diesem ersten winterlichen Tag dieses Jahr, hat sie sich  mit der Frage befasst "Ist Kreativität Begabung oder Übungssache?". Dazu hat Isa mir einen Gastbeitrag geschrieben, den ich euch heute gerne vorstellen möchte. Viel Spaß beim Lesen!

Kreative Hände


Viele Menschen schrecken davor zurück, selbst etwas herzustellen, zu malen, zu töpfern, zu musizieren oder eine andere kreative Tätigkeit zu praktizieren. „Ich kann nicht zeichnen. Ich bin nicht kreativ. Andere können das viel besser als ich“. Der innere Kritiker wird laut. Keiner möchte belächelt werden. Niemand möchte zu viel von sich preisgeben, und somit unter Umständen kritisiert werden. Kreativität wird als Begabung betrachtet, die nur ein paar Auserkorene im Blut haben.
Die Angst vor Kritik und das negative Selbstbild ist Gift für kreative Prozesse. Im Grunde ist jeder kreativ. Kreativität betrifft nicht nur musikalische und künstlerische Aktivitäten. Kreativ ist jede Handlung, die nicht den bekannten Strukturen und Mustern entspricht. Wenn ein Mensch seinen eigenen Lösungsweg findet, ist er kreativ. Das kann beispielsweise eine Hausfrau sein, die durch kluge Vorratshaltung und geschickten Lebensmitteleinkauf Haushaltsgeld spart. Oder ein IT-Techniker, der ein elektronisches Problem am PC löst. Das kann auch ein Kind sein, welches sich mit einem anderen Kind gestritten hat. Wenn es einen Weg findet, den Konflikt durch eigene Lösungsansätze aufzulösen, ist es kreativ. 

Jeder Mensch ist auf seine Art und Weise schöpferisch und kreativ. Kreativität kann man fördern und ausbauen.
Um kreativ denken zu können, muss der größte Hemmfaktor ausgeschaltet zu werden: Die Angst. Wer Angst vor dem Scheitern hat, erstickt jede kreative Ambition im Keim. Scheitern ist Teil eines kreativen Prozesses. Die Hoffnung, von der Muse geküsst zu werden und die perfekte Idee zu haben, wird nur in den seltensten Fällen erfüllt. Stattdessen muss man sich rein ins Abenteuer stürzen und einfach ausprobieren. Auch wenn der Weg manchmal steinig ist, auch wenn man von der Gesellschaft belächelt wird. Den Mutigen gehört die Welt! Wer nichts versucht, kann auch nichts erschaffen. Wer sich nicht irrt, kann nicht aus seinen Fehlern lernen.
Die wichtigsten Voraussetzungen, um kreativ zu sein, sind Leidenschaft um Freiraum. Wer für ein bestimmtes Thema brennt, wird viel ausprobieren und dazu lernen. Jeder neuer Wissensbaustein wird zum Wissensnetz hinzugefügt. Auf diese Weise entstehen immer mehr Vernetzungen, wir fühlen uns innerhalb dieses Themas/ dieser Aktivität sicher und probieren aus. Außerdem brauchen wir ein förderliches Umfeld, um kreativ agieren zu können. Wir müssen uns ganz der Aufgabe widmen können, aufmerksam und konzentriert sein. Es sollte auch kein Zeitdruck bestehen, denn unter Druck ist kreatives Denken erschwert.

Folgende Kreativtechniken können bei einer Ideenflaute helfen:

Entspannung und Pausen. Wer noch auf einen Geistesblitz wartet, sollte versuchen sich zu entspannen. Pausen, Schlaf und Ablenkung können zur Ideenfindung beitragen. Anstatt sich den Kopf zu zerbrechen, kann man sich beispielsweise einen Kaffee holen oder eine Runde spazieren gehen. Bewegung ist ein heißer Tipp, um den Gedankenfluss anzuregen. Machen Sie Dinge, die ihnen Freude bereiten und die die Stimmung heben. Denn bei guter Laune ist der zinguläre Kortex stärker aktiviert, welcher verantwortlich für die Findung kreativer Lösungsansätze ist.

Perspektivenwechsel. Betrachten Sie Dinge einmal anders! Mischen sie alltägliche Routinen auf und erledigen Sie sie in einer anderen Reihenfolge. Das soll helfen, starre Denkmuster zu durchbrechen und einen geweiteten Blick zu erhalten. Walt Disney entwickelte ein Rollenspiel, welches die kreativen Denkprozesse seiner Mitarbeiter in Gang setzen sollte. Die Mitarbeiter schlüpfen in die drei Rollen „Träumer“, “Kritiker“ und „Optimist“. So wird ein Thema von allen Seiten betrachtet. Eine weitere Möglichkeit ist es, die Welt einmal mit den Augen eines Kindes zu betrachten. Ein Kind ist fantasievoller, es hält sich nicht an vorgefestigten Vorstellungen fest. Durch diese unkonventionelle Denkweise wird man achtsamer und bekommt eine vollkommen andere Sichtweise.

Hilft Brainstorming und Mindmapping? Das Konzept Brainstorming wurde von Alex F. Osborne, dem Gründer einer Werbefirmer entwickelt. Grundprinzip ist es, alle Ideen zu einem Thema aufzuschreiben. Dabei dürfen keine Vorschläge kritisiert werden, um die Angst vor negativem Feedback zu mindern. Forscher haben gezeigt, dass diese Form zu keiner erhöhten Kreativität beiträgt. Im Gegenteil, Gruppen mit absoluten Kritikverbot schnitten schlechter ab als Menschen, die alleine arbeiteten. Gruppen, in denen Kritik und Feedback ausdrücklich erwünscht waren, schnitten hingegen besser ab. Demzufolge wirkt Kritik nicht hemmend, sondern kann sogar förderlich sein!

Ortswechsel. Wer sich gerade in einem kreativen Loch befindet, könnte sich auf die Suche nach Ideen machen. Das macht man idealerweise aber nicht zuhause, sondern in der großen weiten Welt. Reisen bewirken einen Perspektivenwechsel. Man lernt andere Kulturen kennen, andere Menschen und Orte. Diese Anregung eröffnet neue Ansätze und Ideen. Außerdem kann man auf Reisen endlich entspannen, die Seele baumeln lassen. Gerade die hohe Kunst des Nichtstuns lässt kreative Einfälle sprießen und gedeihen.

Als Weltenbummlerin ist mir natürlich das Reisen die liebste Kreativtechnik. Aber auch die anderen Methoden wende ich an, um in einen kreativen Schreibfluss zu kommen. Ich wünsche allen DIYlern, Köchen, Musikern, Bastlern und sonstigen kreativen Köpfen viel Erfolg. Wartet nicht, bis euch die Muse küsst – nehmt es selbst in die Hand! Verfasst von Isa, Reisebloggerin, kreativer Kopf und Weltenbummlerin

auch gepostet bei: eclectic hamilton
Bildquelle:pixabay.com 

Kommentare:

  1. Danke für diesen tollen Inspirationsbeitrag. Absolut interessant zu lesen und viele neue Impulse!
    Es freut mich sehr, dass du heute zum ersten Mal dabei bist.
    Eine Bitte habe ich jedoch noch: könntest du noch den Link zu mir aktivieren (der funktioniert nämlich nicht). Danke!!!!

    Greetings & Love
    Ines

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    1. Hallo Ines. Ja, deine Linkparty am Sonntag verfolge ich seit längerem. Ich freue mich nun endlich selbst daran teilgenommen zu haben auch wenn der Beitrag nicht ganz von mir alleine kommt. ;-)

      liebe Grüße
      Christina

      PS: der Link sollte nun funktionieren.

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  2. Liebe Christina, ein sehr interessanter Beitrag.
    Mir helfen ,wie auch dir, die kreativen Stunden zum abschalten und sich von
    der Arbeit und den Alltagsaufgaben zu erholen.
    Leidenschaft und Freiraum - ja das ist dafür wichtig.
    Ganz lieb, Jana

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