Holz und Möbel richtig schleifen

Beim Schleifen von Holz gibt es einige Dinge die man beachten sollte. In diesem Artikel habe ich einiges Wissenswertes zum Schleifen von Holz, sowie dem Abschleifen und Anschleifen von alten Möbeln zusammengefasst. Dieses Wissen basiert auf eigenen Schleiferfahrungen, dem Wissen meines Vaters, der selbst Schreiner ist, und auf einige Rechergearbeiten im Internet. 


Ich selbst bereite sehr gerne alte Möbelstücke neu auf und verpasse ihnen ein neues und frisches Aussehen, dass sich auch gut zu moderer Einrichtung kombinieren lässt (hier geht`s zu meinen bisherigen Möbelprojekten "Möbelaufbereitung"). Doch dabei kommt es auf die richtige Vorbereitung des Holzes an.

Abschleifen oder anschleifen?
Bei meiner Schleifarbeit unterscheide ich zunächst ob ich das Werkstück komplett von alten Lack- oder Farbschichten befreie, oder ob ich die Oberfläche nur anschleife. Das ist vom aktuellen Zustand und vom gewünschten Endzustand des Werkstücks abhängig.

Möchte ich z.B. einen Esstisch, der starke Kratzer und Schmutzspuren hat, neu aufbereiten, so ist es sinnvoll diesen komplett abzuschleifen und danach die Oberfläche neu zu behandeln. Der Tisch soll schließlich wieder seinen ursprünglichen Zustand erhalten. Dies gilt auch für Möbelstücke bei denen der Altlack teilweise abgeplatzt ist.

Wenn ich ein altes Möbelstück wie z.B. einen Stuhl bearbeite und dem Ganzen einen neuen Farbton verpasse wie z.B. Weiß, dann reicht es aus die Oberfläche anzuschleifen, damit der neue Farbanstrich besser haftet. Ein komplettes abschleifen ist nicht erforderlich.

Welches Schleifmittel?
Es gibt verschiedene Arten von Schleifmitteln:

1) Schleifpapier
Beim Trockenschliff von Holzflächen ist das Trägermaterial meist aus Papier. Dieses Schleifpapier gibt es in verschiedenen Stärken und Körnungen. Ein grobes Schleifmittel, sprich mit niedriger Körnerzahl (z.B. K80), benötigt ein dickeres, strapazierbareres Papier. Je feiner, also je Höher die Körnung (z.B. K240), desto dünner das Papier. Um ein optimales Schleifergebnis zu erzielen ist eine harte, scharfe Körnung von Vorteil. Aus diesem Grund sind die Schleifkörner künstlich hergestellt. Aber was sagt die Farbe des Schleifpapiers aus?

braunes und gelbes Schleifpapier: Bei diesem Papier ist die Körnung aus Aluminiumoxid, auch als Korund bekannt (für Holzschliff)
blaues Schleifpapier: Bei diesem Papier ist die Körnung aus Siliziumkarbid, auch als Karborund bekannt (für Lackierzwischenschliff)

2) Schleifschwamm
Ein Schleifschwamm eigent sich für das Schleifen von Profilen. Jedoch sammeln sich durch das Schleifen Materialpartikel in den Ecken an, die später abgesaugt werden müssen.

3) Schleifvlies
Ein Schleifflies wird ebenfalls wie der Schleifschwamm für das Bearbeiten von Profilen und Drechselungen (siehe Foto) verwendet. Vorteil dabei ist, dass sich keine Partikel ablösen. Aus diesem Grund eigent sich das Vlies am Besten für das Schleifen von Drechselungen, da  es auch besonders flexibel ist und man damit an schwer erreichbare Stellen und Vertiefungen gelangt.

Welche Hilfsmittel gibt es beim Schleifen?
Beim Handschliff einer großen Fläche empfielt es sich einen Schleifklotz oder Schleifkork zu nutzen. Dabei wird das Schleifpapier um das Hilfsmittel gelegt. Alternativ gibt es auch Schleifklötze aus Kunsstoff, bei denen das Schleifpapier eingepannt werden kann. Durch den Klotz erzeugt man einen gleichmäßigen Schleifdruck auf die Fläche und erhält ein besseres Schleifergebnis. 

Welche Körnung sollte man wählen?
Beim Schleifen gilt generell zuerst grob, dann fein. Mit der feiner werdenden Körnung werden die Schleifspuren des vorhergehenden Schleifens beseitigt. Ideal zum Vorschleifen ist ein Papier mit der Körnung 120. Außer bei stärkeren Beschädigungen empfielt sich ein K80. Bevor man zur nächsten Körnung wechselt sollte man immer das gesamte Werkstück schleifen. Eine weitere, sinnvolle Abstufung der Körnung ist beispielsweise K80 - K120 - K180 -K240. Mit dieser Abstufung erhält man durchaus ein sehr feines Schleifendergebnis.
Wenn man ein Möbelstück jedoch nur anschleifen möchte genügt ein einmaliges Schleifen mit z.B. K120. Sollte sich das Schleifpapier schnell mit dem Schleifstaub zusetzen, dann wählt man ein gröberes Papier z.B. K100. Wenn sich ein Schleifpapier "zusetzt" ist damit gemeint, dass sich Staubverklumpungen/Altlackansammlungen auf dem Schleifpapier bilden. Das führt dann nur noch zu einem sehr schwachen Holzabtrag. Hilfreich ist es auch, wenn man während des Schleifens immer wieder das Papier ausklopft und das Werkstück mit einem Tuch oder Handbesten vom Schleifstaub befreit. Durch Ausprobieren verschiedener Körnungen (z.B. an einem Holzmuster) merkt man recht schnell welche Schleifpapierkörnung sich am besten eignet. Ganz nach dem Prinzip "learing by doing".

Weitere Schleifschritte?
Generell wird immer nur in Faserrichtung geschliffen. Schleift man quer zur Faser so würden tiefe Schleifspuren entstehen die sich nur sehr schwer wieder entfernen lassen. Wie bereits erwähnt sollte man während des Schleifvorgangs das Werkstück mit einem Tuch immer wieder vom Staub befreien, denn das verhindert, dass sich das Schleifmittel zu schnell mit Staub zusetzt. Wird das Schleifmittel stumpf muss es gewechselt werden. Möchte man sein Werkstück später lackieren, so empfielt es sich nicht zu fein zu schleifen, da dadurch der Lack schlechter haftet.

Muss ich mich beim Arbeiten schützen?
Da Schleifstaub gesundheitsschädlich ist, empfehle ich einen Mundschutz zu tragen. Schleift man mit einer Schleifmaschine sollte man zusätzlich eine Schutzbrille und Gehörschutz tragen.

Woher bekomme ich die Schleifmittel?
Schleifpapier und Zubehör erhält man in jedem Baumarkt.

Ich hoffe ich konnte hier ein paar hilfreiche und nützliche Infos geben. Bei Fragen kannst du dich gerne per Email bei mir melden (dekoelement@gmx.de) oder mir einen Kommentar hinterlassen.  Ich helfe gerne weiter. :-)

Liebe Grüße,
eure Christina



















Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Ich freue mich über jeden eurer Kommentare, in dem ihr mir eure Meinung und Anregungen zu meinem Eintrag  mitteilt. Jeder Kommentar macht mich glücklich!